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 Vogelratgeber

Wellensittiche – wie die Vergesellschaftung gelingt

Wellensittiche gelten im Allgemeinen als überaus gesellige Tiere. Auch wenn eine Vergesellschaftung an für sich zumeist relativ problemlos vonstattengeht, müssen Sie einiges beachten. Die dargestellten Tipps für die Zusammenführung stellen dennoch keinen Erfolgsgarant für das Gelingen dar, sind aber eine erste Hilfe im Prozess der Vergesellschaftung.

Die optimale Vorgehensweise und was Sie bei der Vergesellschaftung beachten müssen

  1. Okay vom Tierarzt abwarten. Der Vogel muss gesund sein. Andernfalls kann er den restlichen Schwarm anstecken; Krankheitserreger oder auch Parasiten stellen eine Gefahr dar, die es zu unterbinden gilt. Zudem ist die Einhaltung einer Quarantänezeit ratsam.
  2. Die Möglichkeit zum Freiflug sollte gegeben sein. Stellen Sie die beiden Käfige am besten bei geöffneten Käfigtüren nebeneinander. So räumen Sie den Wellensittichen die Möglichkeit ein, sich zunächst kritisch zu beäugen und sich auf Distanz kennenzulernen. Es kann auch passieren, dass sie den Käfig verlassen und den fremden Käfig (zunächst von außen) untersuchen. Bleiben Sie währenddessen im Raum und beobachten das Geschehen, um im Notfall eingreifen zu können. Streitigkeiten werden nicht ausbleiben, oftmals sieht das Gerangel jedoch gefährlicher aus, als es tatsächlich der Fall ist.
  3. Jungvogel (< 1 Jahr) vs. Erwachsener Vogel (> 1 Jahr) – bei dieser Konstellation kann der Vergesellschaftungsprozess etwas dauern, da sich die Tiere aufgrund des Altersunterschieds oftmals nicht auf Anhieb verstehen.
  4. Weiblicher Wellensittich trifft weiblichen Wellensittich – zwei Hennen bedeuten auf Dauer Ärger. Achten Sie deshalb auf ein Geschlechtergleichgewicht oder aber auf einen Überschuss an männlichen Wellensittichen (Wellensittichmännchen sind bei einer Vergesellschaftung unproblematischer).
  5. Das Umdekorieren des Käfigs kann mitunter den Heimvorteil des Alteingesessenen mindern.

Einzelvogel einen neuen Partner zuführen

Je nach Ausgangssituation muss entsprechend agiert werden. Ist ein Vogel seit Jahren allein, ist die Reaktion auf einen anderen Vogel sicherlich eine andere, als wenn ein Vogel nach dem Tod seines Partners auf einen Neuling stößt. Stirbt einer Ihrer Wellensittiche, dürfen Sie nicht allzu lange mit der Neubesetzung warten. Auch wenn aus menschlicher Sicht Aspekte der Trauerbewältigung etc. im Fokus stehen, ist das Alleinsein für den verbleibenden Vogel eine Qual. Ebenso wie der Neuling, sollte auch der alte Vogel von einem Tierarzt begutachtet werden – im schlechtesten Fall hat er sich bei seinem verstorbenen Partner eine Krankheit, Parasiten usw. eingeholt.

Das Geschlecht spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Es wird davon abgeraten, einem geschlechtsreifen Weibchen eine Henne dazuzusetzen. Einem männlichen Wellensittich können Sie hingegen sowohl mit einem Hahn, als auch mit einer Henne die Zweisamkeit ermöglichen. Neben dem Geschlecht kommt dem Alter der Vögel eine tragende Position zu: Es versteht sich von selbst, dass man einem betagten Wellensittich keinen Jungspund in den Käfig setzen sollte. Ein junges Küken könnte den Senior überfordern.

Haben Sie sich für einen neuen Vogel entschieden, ist es an der Zeit, dass dieser Ihren alteingesessenen Vogel kennenlernt. Nachdem Routine-Check durch einen vogelkundigen Tierarzt kann es losgehen. Es ist ratsam, den Neuling in einen gesonderten Käfig unterzubringen, damit die Vögel sich zunächst aus der Entfernung beschnuppern können. Die erste Begegnung findet am besten im Rahmen eines gemeinsamen Freiflugs statt. Der Grundsatz – wie so oft in der Arbeit mit Wellensittichen – lautet auch hierbei: Geduld ist das A und O. Tritt der Idealfall ein, verstehen sich die Vögel auf Anhieb. Reagiert der Altvogel hingegen zurückhaltend und schreckhaft, gegebenenfalls gar aggressiv, sollten sie es erst einmal bei dem ersten Versuch belassen. Probieren Sie es am nächsten Tag erneut. Mischen Sie sich in etwaige Rangkämpfe nicht ein; auch Wellensittiche müssen wie andere Tierarten eine gewisse Hierarchie untereinander festlegen. Solange kein Blut fließt, ist leichtes Gerangel gestattet. In der Regel orientiert sich der Neue am Oldie. Letzterer zeigt, wo die Futter-
stelle und der Spielplatz sind, wo das offene Türchen zu finden ist usw.

Einzelvogel in einen Schwarm integrieren

Ähnlich wie bei der eben geschilderten Situation gilt auch hier: Alter und Charakter des Einzelvogels müssen berücksichtigt und der Vogel durch einen Tierarzt durchgecheckt werden. Verbinden Sie auch hier die erste Begegnung mit einem Freiflug und bieten dem Neuling seinen Käfig als Rückzugsort an. In der Regel finden neue Wellensittiche schnell den Weg in den Schwarm sowie die Akzeptanz durch die anderen Vögel. Alter und Charakter sind für das Gelingen wesentliche Faktoren: Mutige Vögel haben zumeist keine Probleme, mit den Fremden in Kontakt zu treten. Hingegen kann es Vögeln, die für längere Zeit isoliert von Artgenossen mit dem Menschen gelebt haben, Schwierigkeiten dabei verspüren, sich in einen Schwarm einzugliedern. Lassen Sie sich aber nicht von Ihrem Vergesellschaftungsplan abbringen. Auch wenn der Neuling zunächst für einen gewissen Zeitraum allein in seinem Käfig sitzt und die anderen Vögel ignoriert – mit der Zeit gewöhnt er sich an sie und wird den Anschluss an die Gruppe suchen.

Etwaige/potentielle Probleme

Im Rahmen des Vergesellschaftungsprozesses können mitunter Probleme auftreten, auf die Sie als Besitzer reagieren müssen. Bei der Existenz mehrerer Hennen im Schwarm kann z. B. Futterneid auftreten. Kämpfe ums Futter lassen sich von außen einfach beobachten: Die Vögel vertreiben sich gegenseitig vom Futternapf. Die Gefahr hierbei besteht darin, dass schwächere Vögel nicht ausreichend Futter erhalten und verenden. Der Problematik können Sie aus dem Weg gehen, indem Sie mehrere Futternäpfe aufstellen – orientieren Sie sich dabei an der Anzahl der Wellensittiche (5 Vögel = 5 Näpfe).

 

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