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Hunderatgeber

Tollwut beim Hund: Ursachen, Symptome und Verlauf der gefährlichen Krankheit

Bild Hund Tollwut Bei einer Erkrankung mit Tollwut kann es einige Zeit dauern bis die ersten Symptome auftreten

Tollwut – auch als "Rabies", "Rage", "Wutkrankheit" oder "Lyssa" bekannt – ist eine besonders gefährliche Erkrankung des Hundes. Sie wird durch Viren eines erkrankten Tieres übertragen und kann schlimmstenfalls auch den Menschen infizieren. Unser Ratgeber klärt auf, welche Gefahren durch Tollwut drohen und wie Sie sich und Ihr Tier am besten schützen können.

Was sind die Ursachen für Tollwut beim Hund?

Die gefürchtete, aber bei uns nahezu bekämpfte Tollwut ist für alle Säugetiere eine lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Die klassischen Träger der Tollwut-Viren sind wilde Tiere wie zum Beispiel Füchse oder Fledermäuse. Auch vor streunenden Hunden oder Katzen sollten Sie besonders in Urlaubsländern Abstand halten. Sie gelten ebenso als Infektionsquelle. Eine besonders hohe Konzentration von Tollwut-Viren befindet sich im Speichel der Tiere. Daher erfolgt die Übertragung der Krankheit in der Regel auch durch Bisse oder das Lecken an offenen Wunden.

Erreger der Tollwut ist ein Virus aus der Gruppe der Rhabdoviren. Das Virus dringt in einen Nervenstrang ein, wandert von dort aus in das Gehirn des erkrankten Säugers und löst anschließend eine Entzündung aus. Je weiter die Infektionsstelle vom Gehirn entfernt liegt, desto später kommt es zur Entwicklung der ersten Symptome. In der Regel beträgt die Inkubationszeit bei Hunden zwischen 2-8 Wochen. Hat das Virus das Gehirn erst einmal erreicht und dort die gefährliche Entzündung verursacht, schreitet die Krankheit meist schnell voran. Nach 1-7 Tagen endet Tollwut so gut wie immer mit dem Tod des Tieres.

Symptome und Krankheitsverlauf: Wie äußert sich Tollwut beim Hund?

Der typische Verlauf der Tollwut-Krankheit besteht aus drei Phasen. Während des ersten Krankheitsstadiums, der sogenannten Prodromalphase, lässt sich eine Wesensveränderung des Hundes feststellen. Schüchterne Hunde können nun plötzlich sehr zutraulich erscheinen und den Kontakt zum Menschen suchen. Zusätzlich kommt es zu ersten Schluckbeschwerden und damit einhergehend zu einem vermehrten Speichelfluss. Auch Fieber kann nun auftreten.

Die zweite Phase der Tollwut ist die Exzitationsphase. Das Tier ist gereizt und erregt. Hier zeigt sich nun die eigentliche Wut, der die Tollwut ihren Namen verdankt. Auch gegenüber vertrauten Menschen reagiert der Hund aggressiv, beißt und schnappt häufig zu.

In der letzten Phase, dem Paralysestadium, tritt eine fortschreitende Lähmung auf. Die Bewegung der Gesichtsmuskeln fällt dem Hund zunehmend schwerer. Das Tier kann schließlich den Kiefer nicht mehr geschlossen halten und es kommt zum Speichelaustritt. Am Ende ist keine Atmung mehr möglich und das Tier verstirbt.

Dies ist der typische Krankheitsverlauf. Beachten Sie jedoch, dass nicht jeder Hund dieselben Symptome zeigt. Ebenso kann eine Überschneidung der einzelnen Stadien kann vorkommen.

Wie kann man Tollwut vorbeugen?

Bild Impfung Tollwut Einen sicheren Schutz vor Tollwut bietet eine entsprechende Impfung

Die wirksamste Vorbeugung gegen eine Tollwut-Erkrankung beim Hund stellt eine Impfung dar. Dabei ist es nicht nötig, dass Tier jährlich impfen zu lassen. In Deutschland sind seit einigen Jahren Impfstoffe mit Mehrjahreszulassung erhältlich. Wenn Sie planen mit Ihrem Hund ins EU-Ausland zu verreisen, ist eine derartige Tollwutimpfung durch den behandelnden Tierarzt Pflicht. So müssen Reisende mit Hunden, Katzen oder Frettchen die Impfung in ihrem EU-Heimtierpass vorweisen können. Dieses amtliche Dokument wurde im Jahr 2004 eingeführt und diente dazu, die von Land zu Land sehr unterschiedlichen Bestimmungen bezüglich Tollwut zu vereinheitlichen. Genauere Informationen zum Thema erhalten Sie in unserem Ratgeber EU-Heimtierausweis: Mit Hund, Katze oder Frettchen problemlos verreisen.

Beachten Sie: Tollwut ist nicht heilbar. Noch immer existieren keine therapeutischen Maßnahmen, die zu einer Heilung der Erkrankung führen. Ist ein Tier nicht nachweislich tollwutgeimpft, kann aufgrund der Ansteckungsgefahr bereits bei tollwutverdächtigen Tieren die Tötung angeordnet werden. Dies kann auch gegen den Willen des Hundebesitzers geschehen. Eine Impfung ist daher unbedingt zu empfehlen.

 

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